Kino: There Will Be Blood

There Will Be Blood Kinoposter

Gestern hab ich mir mal wieder einen Besuch im Kino in den Hackeschen Höfen genehmigt und mir mit einem Freund den oben benannten oscarpremierten Film zu Gemüte geführt. Und ich muss sagen, dass dieser Streifen und seine Darsteller alles Lob und jegliche positive Kritik völlig verdient haben.

Fakten

Im Kino seit (D): 14.02.2008 (OmU)
Arbeitstitel: Oil!
Regie: Paul Thomas Anderson
Land: USA
Genre: Drama / Thriller
Spielzeit: 158 min
Oscars: 2 (Bester Hauptdarsteller, Beste Kamera)
Besetzung: Daniel Day-Lewis (Daniel Plainview), Paul Dano (Eli Sunday), Kevin J. O’Connor (Henry), Ciarán Hinds (Fletcher), Dillon Freasier (H.W.), Russell Harvard (H.W. im Alter), Randall Carver (Herr Bankside)

Die Handlung

Auszug von wikipedia.de

“Der Unternehmer Daniel Plainview sucht am Ende des 19. Jahrhunderts in Kalifornien Gold und Silber, später auch vermutete Ölvorkommen. Der Film zeigt seine Aktivitäten im Verlauf von drei Jahrzehnten. Er findet Öl auf der Farm der Familie Sunday, die er betrügt und der er billig die Schürfrechte abkauft. Dieses Geschäft macht ihn reich.

Zeitlich teilt sich die Handlung in die Anfangszeit, wo Daniel mit einfachen Mitteln nach Bodenschätzen gräbt. Er baut sich nach und nach ein Team auf. Der Großteil der Handlung betrifft die Ausbeutung der Ölvorkommen auf dem Land der Sundays. Auch dort lebt er sehr einfach. Zum Schluss gibt es einen Zeitsprung von ca. 10 bis 15 Jahren. Daniel ist ein reicher Industrieller geworden.”

Meine Meinung

Der Film ist meiner Meinung nach, wie ich weiter oben schon bemerkte, sehr gut gelungen. Gleich zu Beginn wird man mit der Soundkulisse des Films bekannt gemacht, die einem noch einige Male im Verlauf des Streifens begegnen wird. Sie erzeugt eine sehr bedrückende Atmosphäre und will erstmal so gar nicht zu den präsentierten Bildern passen, von denen ausgehend hätte ich nämlich eher einen Sound ähnlich dem von Bonanza erwartet.

Dann fängt Danny Day-Lewis nach 10 Minuten auch schon an zu reden. Was er sagt und wie er es sagt hätte selbst mich überzeugt, ihm mein Land für nen Appel und nem Ei zu verkaufen. Ich nehme ihm seine Rolle sofort ab.

Da die Tonspur Original mit deutschen Untertiteln ist, hört man seine echte Stimme. Und, jetzt da ich ebend gerade seine Synchronstimme im deutschen Trailer gehört habe, glaube ich kaum, dass die deutsche Vertonung mithalten kann - wie so oft. Mich grauts wenn ich mir überlege, wie viele Filme ich wohl schon allein wegen der schlechten Synchro nicht so gut fand. Man könnte mir Oberflächlichkeit vorwerfen, immerhin machen auch viele andere Faktoren einen guten Film aus. Aber für meine Wenigkeit kommt es auch über das Was an, das aus dem Mund eines Darstellers kommt und nicht nur, wie er geformt ist… ;-)

Der Film hält nicht so viel Blut und Gewalt vor, wie der Titel es vielleicht vermuten lässt. Gut, hier und da wird mal ein Schachtarbeiter von einem Bohrkopf oder von herabfallenden Turmtrümmern, oder ein Typ mit nem Bowling-Kegel erschlagen. Aber ansonsten sind die meisten Szenen recht harmlos - zumindest was die Bilder angeht. Das soll nicht heißen, dass für das Auge nichts geboten wird.

Die Belastung und die Spannung werden durch subtilere Methoden erzeugt. Einerseits ist mir die Filmmusik gehörig zu Gemüte gegangen, andererseits sind es die psychotischen Facetten der einzelnen Darsteller, bei denen man sich fragt: “Wieso handelt der nur so wie er handelt? Wie kommt es dazu, dass ein Mensch so wird wie er ist?”

Fazit

Für mich zeigt der Film auf imposante Weise, was mit einer Person geschieht, die eine enorme Angst vor und einen subtilen Hass auf die Menschen in sich trägt und sich nähren lässt. Daniel Plainview ist für mich der Prototyp eines durch und durch materialistischen Menschen, der, emotional stark verkrüppelt, einen Weg sucht, vor der bösen Außenwelt in seine eigene abgeschottete Welt zu flüchten, in der nur tote Dinge (materielle Güter) existieren. Denn die können nicht verletzen und sie wehren sich auch nicht, wenn man sie tritt.

Der Film ist unbedingt zu empfehlen - in der englischen Originalfassung.

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